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Am vergangenenen
Donnerstag feierte Christopher "Daniels" seine umjubelte TNA-Rückkehr, als
er als Teil von Jeff Jarretts Lethal-Lockdown-Team vorgestellt wurde -
Dabei war der 37-Jährige eigentlich nie weg. Nachdem er die Promotion im
Kayfabe verlassen musste, steckte Total Nonstop Action Wrestling ihn
lediglich in farbenfrohe Kostüme - zunächst das des Curry Man, dann das
des Suicide. Doch auch wenn all das durchaus lustig war, so vermisste man
doch „The Fallen Angel“ Christopher Daniels, wie er jahrelang ein
unverzichtbarer Bestandteil der Promotion war.
Der vielseitige Amerikaner ist ein alter Hase im Wrestling-Business. Dabei
war das Wrestling für ihn anfangs nur eine Art Plan B: „Ich wollte
schauspielern, doch Teil der Theatherszene in Chicago zu werden entpuppte
sich als härter, als ich erwartet hatte, weswegen ich es nebenbei auch mit
Wrestling versuchte.“ 1993 debütierte er bei Windy City Pro Wrestling (WCPW),
wo er frühe Erfolge verbuchen konnte: Etwa den WCPW Light Heavyweight
Titel, den er bereits in seinem ersten Profi-Monat gewann, oder die WCPW
Tag Team Titel, gehalten mit Trainer Kevin Quinn. „Ich wurde sehr schnell
erfolgreich und plötzlich machte ich als Wrestler Karriere, obwohl ich das
ursprünglich lediglich ab und an an Wochenenden betreiben wollte“, erzählt
Daniels. Durch die lokale Promotion aus Chicago wurde Daniels auch in
Puerto Rico gebookt und machte mit seinen dortigen Auftritten die damalige
World Wrestling Federation (WWF) auf sich aufmerksam. Es blieb bei wenigen
Auftritten in B-Shows, immerhin konnte Daniels aber später auf einen Kampf
um den WWF Light Heavyweight Titel zurückblicken.
Der Abschied aus Stamford fiel dem umworbenen 26-Jährigen alles andere als
schwer. Er ging nach Japan und trat dort erstmals als „Curry Man“ auf,
während er in seinem Heimatland einen Titel nach dem anderen einheimste -
so etwa den des „King of Indies“, welchen er sich in einem von All Pro
Wrestling (APW) ausgetragenen Turnier erkämpfte. Und auch dem
us-amerikanischen Mainstream-Wrestling sollte er nicht allzu lange fern
bleiben: WWF-Konkurrent World Championship Wrestling (WCW) verpflichtete
Daniels Anfang des Jahres 2000. Doch trotz großer Pläne für das Talent,
blieb auch der dortige Durchbruch aus, scheitert an diversen Faktoren:
Kevin Sullivan hatte Daniels verpflichtet, als dieser noch in Japan
tourte. Bei seiner Rückkehr in die USA aber hatten mittlerweile Vince
Russo und Eric Bischoff das Ruder an sich gerissen - zwei Personen, die
Daniels weder kannten noch etwas mit ihm anzufangen wussten.
Statt den von Sullivan geplanten Storyline-Ideen sollte nun also eine von
den Star-Wars-Filmen inspirierte Geschichte um den Neuling und Vampiro
umgesetzt werden. Und in der Tat: Ein vermummter Daniels war in einigen
Vignetten zu sehen, bis man das Szenario plötzlich abblasen ließ. „Ich
weiß nicht genau, warum sich diese Pläne in Luft aufgelöst haben. Ich tat
genau das, was ich tun sollte. Und als ich das nächste Mal erschien,
teilten sie mir mit, dass sie es doch nicht machen würden“, berichtet
Daniels neun Jahre danach. Einmal war Daniels im Jahr 2001 noch bei WCW zu
sehen. Er bestritt ein Match gegen Michael Modest, in welchem ihm ein
missglückter Springboard Moonsault eine Nackenverletzung bescherte. „Ich
landete auf meinem Kopf und verlor das Gefühl in meinem Arm für knappe
sechs Wochen“, schildert Daniels die Folgen des Aufpralls.
Während er seine Verletzung auskurierte, wurde WCW von Vince McMahon
aufgekauft und Daniels kehrte zurück in die Independent-Szene. 2002 war er
Teil der allerersten Show von Ring of Honor (ROH) und feierte als Curry
Man in Japan erneut Erfolge, gewann zusammen mit Hayashi Rice das „Futaritabi
Tag Team League Tournament“. Wenige Monate nach Gründung der Promotion
debütierte Daniels auch bei NWA TNA. Er bildete dort fortan zusammen mit
Low Ki und Elix Skipper die äußerst erfolgreiche Gruppierung Triple X.
Daniels hielt mit Triple X insgesamt dreimal die NWA World Tag Team Titel,
schnell entwickelte sich eine erbitterte Rivalität mit dem aus James Storm
und Chris Harris bestehenden Tag Team America's Most Wanted. Am 25. Juni
2003 fand die Konfrontation im ersten Steel Cage Match der TNA-Geschichte
ihren vorzeitigen Höhepunkt. Anderthalb Jahre später, Low Ki hatte das
Stable mittlerweile verlassen, folgte ein weiteres Steel Cage Match
zwischen diesen beiden Tag Teams. Bei Turning Point 2004, dem zweiten
dreistündigen Pay-Per-View der TNA-Geschichte, lieferte man sich eine
blutige Schlacht, die vor allem aufgrund Elix Skippers „Cagewalk“ bis
heute unvergessen ist.
Die Stipulation des besagten Matches setzte voraus, dass sich das
Verliererteam für immer auflösen müsse. Daniels und Skipper verloren und
waren fortan auf sich alleine gestellt. Doch während Elix Skipper keine
allzu große Rolle spielte, mischte der Fallen Angel die X Division gehörig
auf. Bei iMPACT! ernannte er sich zum neuen „Mr. TNA“ und provozierte
damit bewusst den amtierenden X Division Champion AJ Styles, den er zu
einem Titelkampf herausforderte. Bei Against All Odds 2005 trafen die
beiden in einem 30-minütigen Iron Man Match aufeinander, das Styles noch
für sich entscheiden konnte. Im Folgemonat bei Destination X setzte sich
der Fallen Angel dann aber gegen Ron „The Truth“ Killings, Elix Skipper
und schließlich auch AJ Styles in einem Ultimate X Match durch und konnte
sich erstmals „X Division Champion“ nennen. Er hielt das Gold über 150
Tage, so lange wie kein anderer vor ihm.
Nachdem Daniels seinen Titel bei Unbreakable 2005 an AJ Styles verloren
hatte, nahm die Rivalität zwischen den beiden eine überraschende
Kehrtwende. Daniels und Styles bildeten beim Neujahrspecial von iMPACT!
ein Tag Team und fanden wenige Monate später endgültig zusammen. Nach über
einem Jahr machte „God's Gift to Pro Wrestling“, wie sich Daniels einst
selbst taufte, nun also wieder Jagd auf die NWA World Tag Team Titel und
damit auf America's Most Wanted. Bei Slammiversary 2006 holte sich Daniels
schließlich seinen fünften NWA World Tag Team Titel. Als mittlerweile
dreimaliger X Division Champion legte er Ende 2006 eine Pause ein, um im
März des folgenden Jahres als Heel und mit modifiziertem Outfit
zurückzukehren. Eine Fehde mit Sting verlief nach einem kurzen Match im
Sande und Daniels wurde Ende 2007 schließlich in den Storylines entlassen
- Er hatte im „Feast or Fired“-Match den Pink Slip erwischt. Das selbe
Schicksal erleidete er ein knappes Jahr später nochmals, diesmal als Curry
Man. Vorausgegangen war ein eher erfolgloser Run als angeblich japanischer
Maskenmann, der unter anderem eine Gruppierung mit Super Eric und Shark
Boy mit sich brachte.
Doch damit nicht genug: Da Frankie Kazarian nur zwei Wochen nach dem
ohnehin verletzungsbedingt aufgeschobenen Debüt des Videospielcharakters
Suicide erneut ausfiel, musste Christopher Daniels einspringen und so
wieder in ein farbenfrohes Kostüm steigen. Bei Destination X sicherte sich
der Daniels-Suicide im vergangenen Monat sogar den X Division Titel. Nun
hat die Maskerade also ein Ende und Christopher Daniels steigt endlich
endlich wieder so in den Ring, wie ihn alle Fans am liebsten sehen: Als
der „Fallen Angel“. Und eine bessere Verstärkung hätte die Frontline im
Kampf gegen die Main Event Mafia wohl kaum finden können.
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